Nagelzange aus rostfreiem Edelstahl mit Bügelverschluss

Rostflecken auf Instrumenten – warum sie entstehen und was hilft

Auf dem Instrument steht „rostfrei“ – und trotzdem sitzen nach ein paar Monaten braune Punkte am Gelenk. Ein Reklamationsgrund? Meistens nicht. Aber ein Hinweis darauf, was im Umgang schiefläuft.

„Rostfrei“ heißt nicht „rostet nie“

Rostfreier Edelstahl enthält Chrom. An der Luft bildet dieses Chrom eine hauchdünne, unsichtbare Passivschicht – die eigentliche Schutzschicht. Sie repariert sich selbst, solange sie Sauerstoff bekommt.

Rost entsteht dort, wo diese Schicht gestört wird: unter Ablagerungen, in feuchten Spalten, bei Kontakt mit Chloriden. Der Stahl ist dann nicht schlecht – ihm wurde nur die Chance genommen, sich zu schützen.

Flugrost oder echte Korrosion?

Flugrost ist Fremdrost. Winzige Eisenpartikel – aus dem Wasser, von rostenden Nachbarinstrumenten, aus der Reinigungsanlage – setzen sich auf der Oberfläche ab und rosten dort. Der Stahl darunter ist intakt. Flugrost sitzt obenauf und lässt sich entfernen.

Lochfraß ist echte Korrosion. Kleine, oft dunkle Vertiefungen, die sich nicht wegpolieren lassen. Hier ist der Stahl angegriffen. An der Schneide bedeutet das das Ende des Instruments.

Der Test: Wenn der Fleck nach vorsichtigem Polieren verschwindet und die Oberfläche glatt bleibt, war es Flugrost.

Die häufigsten Ursachen

  • Feuchtigkeit im Gelenk. Die Nummer eins. Nach dem Spülen bleibt Wasser in der Gangstelle stehen, dort kommt kein Sauerstoff hin.
  • Chloride. Kochsalz, Schweiß, manche Desinfektionsmittel und hartes Leitungswasser greifen die Passivschicht gezielt an.
  • Kontakt mit rostendem Stahl. Ein einziges Instrument aus Kohlenstoffstahl im selben Sieb reicht, um alle anderen mit Flugrost zu überziehen.
  • Spülmaschine. Aggressive Reiniger plus Salz – die schlechteste Kombination für feine Instrumente.
  • Rückstände. Reinigungsmittel, das nicht vollständig abgespült wurde, wirkt unter dem Trocknen weiter.
  • Nasse Lagerung. Feuchtes Etui, geschlossene Box, Kulturbeutel – alles Orte ohne Luftaustausch.

Flugrost entfernen

  1. Instrument reinigen und vollständig trocknen.
  2. Die Stelle mit einem weichen Tuch und einem milden Metallpflegemittel vorsichtig auspolieren.
  3. Gründlich abspülen, sofort abtrocknen.
  4. Einen winzigen Tropfen Instrumentenöl ins Gelenk.

Nicht verwenden: Stahlwolle, Scheuermilch, grobes Schleifpapier oder Drahtbürsten. Sie kratzen die Oberfläche auf – und in jeder Kratzspur setzt sich der nächste Rost fest. Sie machen das Problem größer, nicht kleiner.

Vorbeugen ist einfacher

  • Nach jedem Gebrauch abtrocknen – besonders die Gangstelle
  • Geöffnet trocknen lassen, nicht geschlossen wegpacken
  • Regelmäßig ein Tropfen Öl ins Gelenk
  • Keine Spülmaschine
  • Nicht zusammen mit Instrumenten aus Kohlenstoffstahl lagern
  • Trocken und luftig aufbewahren, nicht dauerhaft im geschlossenen Etui

Für Praxen

In der Aufbereitung kommt ein Punkt dazu: Die Schlusspülung mit demineralisiertem Wasser und vollständige Trocknung vor der Sterilisation. Restfeuchte im Autoklav ist eine der häufigsten Ursachen für Fleckenbildung an ganzen Instrumentensätzen. Beachten Sie zudem immer die Herstellerangaben zu den zugelassenen Verfahren.

Wann ein Instrument ausgemustert gehört

Sichtbare Vertiefungen an der Schneide, rauer Gang trotz Reinigung, Rost, der nach dem Polieren zurückkommt – dann ist die Passivschicht dauerhaft zerstört. Bei Instrumenten, die am Menschen angewendet werden, ist das keine Frage der Optik.

Fazit

Braune Punkte sind fast immer Flugrost und fast immer hausgemacht. Abtrocknen und ölen lösen das Problem zuverlässiger als jedes Politurmittel.

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